Betrug mit USB-Sticks

Vor einigen Wochen habe ich bei Wish USB-Sticks bestellt, weil mich die günstigen Preise gelockt haben. Ich dachte, da kann man vielleicht nicht viel falsch machen, einen Versuch ist es ja wert.

Nachdem die Sticks dann da waren, habe ich sie grob gecheckt (Dateisystem exFAT, angezeigte Größe wie angegeben).
Dann hatten einige Videos auf dem Stick für’s TV aber Fehler, bzw. waren auf dem Stick nicht mehr zu finden. Also habe ich genauere Checks (mit h2test) durchgeführt und festgestellt, dass

  1. Die Geschwindigkeit nicht der von USB 3.0 entsprach, nur etwa 10 MB/s
  2. Die Sticks keine Schreibfehler gemeldet haben
  3. Aber bei der Verifikation herauskam, dass ab einer bestimmten Speichergröße der gleiche Speicher von vorne wieder überschrieben wurde.
  4. Der tatsächliche Speicher weicht also stark von der angegebenen Kapazität ab.

usb-sticks
Etwas googlen hat meinen Verdacht direkt bestätigt: hier und hier.
Es handelt sich um Betrug im großen Stil! Sticks werden vorsätzlich manipuliert, sodass sie sich beim Betriebssystem mit wesentlich mehr Speicher identifizieren, als tatsächlich verbaut ist. Normalnutzern fällt das, wenn überhaupt, viel zu spät auf, wenn sie nicht mehr reklamieren können, bzw. wenn evtl. schon wichtige Daten verloren gegangen sind.

Da solche Sticks auch als Markenartikel in den lokalen Handel gelangt sind, kann ich nur den Tipp geben, vor der ernsthaften Nutzung eines neu gekauften Sticks einen kompletten Schreib-/Lesetest durchzuführen, um zu verifizieren, dass alle Daten, die auf den gesamten Speicherbereich des Sticks geschrieben wurden, danach auch komplett wieder gelesen werden können. Ein nützliches Tool dafür kommt mit h2test von der c’t.

Letzlich habe ich aber immerhin nichts für die Sticks gezahlt, die Reklamation wurde in allen drei Fällen ohne Probleme von Wish bearbeitet und der Betrag direkt erstattet. Die sind ja auch lediglich Zwischenhändler für die betrügerischen Hersteller. Aber vermutlich auch Mitwisser….

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